Cannabis-Geldsegen für die AHV

Die Jungen Grünliberalen sagen „Ja, aber“ zur Altersvorsorge 2020 – die Reform bringt Vorteile wie das flexible Rentenalter, löst aber die strukturellen Probleme der Altersvorsorge nicht. Es ist klar, dass weitere Schritte folgen müssen – dabei darf man auch kreativ sein. Die Cannabis-Legalisierung wäre eine hervorragende Möglichkeit, eine zusätzliche Finanzierungsquelle anzuzapfen und die Ausgaben des Reformpakets “Altersvorsorge 2020” bis ins Jahr 2030 komplett decken.

Die Jun­gen Grün­li­be­ra­len sa­gen „Ja, aber“ zur Al­ters­vor­sor­ge 2020. Die heu­ti­ge Vor­la­ge bringt ver­schie­de­ne Ver­bes­se­run­gen wie das fle­xi­ble Ren­ten­al­ter oder die Er­hö­hung des Ren­ten­al­ters auf 65 für Frau­en. Die Re­form ga­ran­tiert aber kei­ne nach­hal­ti­ge Sa­nie­rung des Ren­ten­sys­tems – wei­te­re Mass­nah­men zur Si­che­rung des Vor­sor­ge­sys­tems sind da­her zwin­gend. Wich­tig ist uns, kon­kre­te Ideen prag­ma­tisch um­zu­set­zen und nicht nur dar­über zu re­den. Für fol­gen­de Lö­sungs­an­sät­ze wer­den wir uns ein­set­zen:

Wir set­zen uns für fol­gen­de Lö­sungs­an­sät­ze ein:

  • Ei­ne stu­fen­wei­se Er­hö­hung des Ren­ten­al­ters um ei­nen Mo­nat pro Jahr
  • Kei­ne ob­li­ga­to­ri­sche re­spek­ti­ve au­to­ma­ti­sche Pen­sio­nie­rung
  • Ei­ne re­du­zier­te Be­steue­rung von Ar­beits­ein­kom­men über dem of­fi­zi­el­len Ren­ten­ein­tritts­al­ter
  • Ei­ne Au­to­ma­ti­sie­rung der Ren­ten­be­rech­nung, ins­be­son­de­re des Um­wand­lungs­sat­zes, auf­grund de­mo­gra­fi­scher und öko­no­mi­scher Da­ten
  • Ei­ne An­pas­sung der Re­gu­lie­rung von Pen­si­ons­kas­sen, z.B. bes­se­re Rah­men­be­din­gun­gen für In­ves­ti­tio­nen in er­neu­er­ba­re En­er­gie­in­fra­struk­tur

Für künf­ti­ge Mass­nah­men zur Si­che­rung der Al­ters­vor­sor­ge ist es wich­tig, auch aus­ser­halb eta­blier­ter Ideen zu den­ken. Ei­ne für uns na­he­lie­gen­de Mög­lich­keit, zu­sätz­li­che Ein­nah­me­quel­len zu ge­ne­rie­ren, ist die Le­ga­li­sie­rung von Can­na­bis. Das Gu­te an der Sa­che: Die ge­ne­rier­ten Steu­er­ein­nah­men könn­ten zu ei­nem Gross­teil in die AHV flies­sen und da­mit das fi­nan­zi­el­le De­fi­zit re­du­zie­ren.

Der il­le­ga­le Ver­trieb von Can­na­bis ge­ne­riert schon heu­te gros­se Ge­win­ne – lei­der wan­dert die­ses Geld aber di­rekt in die Ta­schen kri­mi­nel­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen.

Le­ga­li­sie­rung von Ma­ri­hua­na bringt Geld­se­gen

Das Bun­des­amt für Po­li­zei (Fed­pol) schätzt, dass in der Schweiz im Jahr et­wa 60 Ton­nen Can­na­bis um­ge­setzt wer­den. [1] Der durch­schnitt­li­che Markt­preis ist heu­te bei 10 Fran­ken pro Gramm, was ei­nem Ge­samt­wert von 600 Mil­lio­nen Fran­ken ent­spre­chen wür­de. Ei­ne Be­steue­rung die­ser 600 Mil­lio­nen Fran­ken mit ei­nem Steu­er­satz von 25% (wie bei Ta­bak­pro­duk­ten) wür­de jähr­li­che Steu­er­ein­nah­men von 150 Mil­lio­nen Fran­ken ge­ne­rie­ren – da­zu kom­men die Ein­spa­run­gen im Be­reich der Straf­ver­fol­gung. Die Aus­ga­ben für die Straf­ver­fol­gung im Be­reich Can­na­bis wer­den heu­te auf über 300 Mil­lio­nen Fran­ken jähr­lich ge­schätzt. Mit dem Boom von le­ga­lem Ma­ri­hua­na (mit ei­nem THC-Ge­halt von <1%) wer­den die­se Aus­ga­ben noch wei­ter zu­le­gen. Für die Po­li­zei ist es in der Pra­xis nur mit er­heb­li­chem bü­ro­kra­ti­schen Auf­wand mög­lich, ”le­ga­les” Ma­ri­hua­na von “il­le­ga­lem” Ma­ri­hua­na zu un­ter­schei­den. [2]

Zu­sam­men­ge­fasst wür­den 150 Mil­lio­nen Fran­ken an Steu­er­ein­nah­men für die AHV, für ei­ne wirk­sa­me Prä­ven­ti­on und für die For­schung zur Ver­fü­gung ste­hen. Zu­sätz­lich könn­te man die ein­ge­spar­ten 300 Mil­lio­nen Fran­ken im Be­reich der Straf­ver­fol­gung an­der­wei­tig und viel ef­fi­zi­en­ter ein­set­zen.

Un­ser Vor­schlag

Wir schla­gen vor, die Steu­er­ein­nah­men von jähr­lich 150 Mil­lio­nen Fran­ken zu 10% für Prä­ven­ti­on, 10% für For­schung und die rest­li­chen 80% für die AHV zweck­zu­bin­den.  Die zweck­ge­bun­de­nen 80% für die AHV soll­ten in ei­nem Fonds an­ge­legt wer­den und erst zum Ein­satz kom­men, wenn die zu­sätz­li­chen Aus­ga­ben für die AHV im Rah­men der “Al­ters­vor­sor­ge 2020” die be­schlos­se­nen Zu­satz­ein­nah­men über­tref­fen. Dies wä­re vor­aus­sicht­lich im Jahr 2026 der Fall. [3]

Ge­mäss un­se­ren ei­ge­nen Be­rech­nun­gen (an­ge­nom­men Le­ga­li­sie­rung per 1.1.2019 und ei­ne Fonds-Ver­zin­sung von 0%) wür­de ab 2026 ein Fonds­ka­pi­tal von ca. 840 Mil­lio­nen Fran­ken be­reit­ste­hen. So­mit könn­ten die Ein­nah­men aus der Can­na­bis-Le­ga­li­sie­rung die Aus­ga­ben des Re­form­pa­kets “Al­ters­vor­sor­ge 2020” bis ins Jahr 2030 kom­plett de­cken [4] (sie­he Gra­fik) und so­mit den nö­ti­gen Zeit­rah­men ge­ben für ei­ne Re­form, die auch die struk­tu­rel­len Pro­ble­me an­packt.

 

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Bei Fra­gen

Pas­cal Vui­chard, Co-Prä­si­dent der JGLP CH, +41 79 561 41 89

Ma­nu­el Frick, Co-Prä­si­dent der JGLP Zü­rich, +41 76 318 47 72

Ni­ko­lai Or­g­land, +41 77 419 37 92

Quel­len­ver­zeich­nis

[1] http://folio.nzz.ch/2017/juli/bluehende-geschaefte

[2] http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/schweiz/die-polizei-sieht-gruen;art9641,1071338

[3] https://www.nzz.ch/schweiz/zahlen-zur-rentenreform-wie-man-ein-milliardenloch-verschwinden-laesst-ld.1305148

[4] https://www.bsv.admin.ch/dam/bsv/de/dokumente/ahv/faktenblaetter/AV2020-finanzhaushalte-ohne-und-mit-reform.pdf.download.pdf/06 DE_AV2020_Finanzhaushalt_AHV_mit_und_ohne_Reform_def.pdf

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