Interpellation Prävention Rehkitzsterben

In der Schweiz wer­den je­des Jahr rund 1500 bis 2000 Reh­kit­ze durch land­wirt­schaft­li­che Ma­schi­nen ge­tö­tet.  Auch jun­ge Feld­ha­sen, Jung­vö­gel oder gar Kat­zen ge­ra­ten in Mäh­wer­ke und ver­let­zen sich schwer und ver­en­den auf qual­vol­le Wei­se.

Die Dun­kel­zif­fer ist je­doch um ei­ni­ges hö­her, zu­mal ge­ra­de im Kan­ton St. Gal­len dies­be­züg­lich kei­ne ob­li­ga­to­ri­sche Mel­de­pflicht be­steht. Ver­läss­li­che Zah­len über die An­zahl und Art der be­trof­fe­nen Wild­tie­re feh­len bis­lang. Auch für an­de­re Tie­re birgt dies Ge­fah­ren: im­mer wie­der ver­en­den auch Nutz­tie­re wie Kü­he oder Scha­fe, nach­dem sie sich — über mit Ka­da­vern ver­un­rei­nig­tem Gras — mit dem Bo­tu­lis­mus-Er­re­ger „Clos­tri­di­um bo­tu­li­num“ in­fi­ziert ha­ben. Selbst bei Gras, wel­ches von öko­lo­gi­schen Aus­gleichs­flä­chen stammt und auf­grund ge­setz­li­cher Vor­ga­ben erst nach dem 15. Ju­ni ge­mäht wer­den darf, wer­den im Kan­ton St. Gal­len kei­ne spe­zi­el­le­ren Vor­keh­run­gen ge­trof­fen.

Die Jagd­ge­sell­schaf­ten en­ga­gie­ren sich im Rah­men der Prä­ven­ti­on von Reh­kitzster­ben zu Guns­ten des Tier­wohls frei­wil­lig, in­dem sie Fel­der be­ge­hen, ver­blen­den und ver­wit­tern so­wie Reh­kit­ze mit­tels Wär­me­bild­ka­me­ras aus­fin­dig ma­chen. Frei­wil­li­ge Hel­fer und spen­den­ba­sier­te Or­ga­ni­sa­tio­nen wie die Reh­kitz­ret­tung bie­ten zu­dem kos­ten­los Droh­nen­flü­ge an. Die pri­va­te In­itia­ti­ve muss je­doch wei­ter ge­för­dert, fi­nan­zi­ell un­ter­stützt und da­mit aus­ge­baut wer­den, wo­zu ver­läss­li­che sta­tis­ti­sche Da­ten un­er­läss­lich sind.

Die jglp St.Gallen for­dert mit Ih­rer In­ter­pel­la­ti­on «Prä­ven­ti­on Reh­kitzster­ben» die Kan­tons­re­gie­rung auf, zur Ein­füh­rung ei­ner Mel­de­pflicht für durch land­wirt­schaft­li­che Ma­schi­nen ver­letz­te und/​oder ge­tö­te­te Wild­tie­re Stel­lung zu neh­men und Prä­ven­ti­ons­mass­nah­men im Sin­ne von Richt­li­ni­en oder Wei­sun­gen zu Han­den des land­wirt­schaft­li­chen Sek­tors zu prü­fen. Die Re­gie­rung soll sich schliess­lich da­zu äus­sern, ob sie be­reit ist, fi­nan­zi­el­le Bei­trä­ge an Jagd­ge­sell­schaf­ten und/​oder Or­ga­ni­sa­tio­nen für ihr En­ga­ge­ment im Rah­men der Prä­ven­ti­on von Wild­tier­un­fäl­len auf­grund land­wirt­schaft­li­cher Ma­schi­nen zu spre­chen und ins­be­son­de­re den Ein­satz von Droh­nen fi­nan­zi­ell zu un­ter­stüt­zen.

16. Sep­tem­ber 2019

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