Junge Grünliberale fassen Parolen für den 27. September

An ih­rer aus­ser­or­dent­li­chen Mit­glie­der­ver­samm­lung vom ver­gan­ge­nen Frei­tag in Watt­wil fass­ten die Jun­gen Grün­li­be­ra­len des Kan­ton St.Gallen die rest­li­chen Pa­ro­len für die Ab­stim­mungs­vor­la­gen vom 27. Sep­tem­ber 2020.

Zu Be­ginn der Mit­glie­der­ver­samm­lung hielt Pa­tri­zia Eg­loff vom En­er­gie­tal Tog­gen­burg ein In­put­re­fe­rat und zeig­te un­ter an­de­rem auf, wie In­ves­ti­tio­nen in er­neu­er­ba­re En­er­gien das Wirt­schafts­wachs­tum im eher struk­tur­schwa­chen Tog­gen­burg för­dern kön­nen. An­schlies­send gin­gen die rund 25 an­we­sen­den Mit­glie­der und Gäs­te zur Dis­kus­si­on zu den Ab­stim­mun­gen vom 27. Sep­tem­ber über.

Nein zur «Mogelpackung» und Ja zum Vaterschaftsurlaub

An­na Jä­ger stell­te im Na­men des Vor­stan­des das Re­fe­ren­dum ge­gen die DBG-Re­vi­si­on, den Ab­zug der Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten, vor. Der Vor­stand hat­te sich im Vor­feld ge­gen die Ge­set­zes­än­de­rung und so­mit für die Un­ter­stüt­zung des Re­fe­ren­dums aus­ge­spro­chen. Aus­schlag­ge­bend war, dass le­dig­lich wohl­ha­ben­de Fa­mi­li­en mit ei­nem Jah­res­ein­kom­men über CHF 150’000.00 von die­ser Ge­set­zes­re­vi­si­on pro­fi­tie­ren, wo­bei die Vor­la­ge gleich­zei­tig ei­ne fi­nan­zi­el­le Lü­cke von 380 Mil­lio­nen in die Bun­des­kas­se reis­sen wür­de. An­na Jä­ger: «Die­se Ge­set­zes­än­de­rung ist ei­ne Mo­gel­pa­ckung. Sie setzt fal­sche An­rei­ze in der Fa­mi­li­en­po­li­tik und un­ter­stützt nur ei­nen, sehr wohl­ha­ben­den, Teil der Schwei­zer Fa­mi­li­en».

Die zwei­te Re­fe­ren­dums­vor­la­ge zur an­ste­hen­den EOG-Re­vi­si­on, die Ab­stim­mung über den Va­ter­schafts­ur­laub, wur­de den Mit­glie­dern von Ben­ja­min Au­er prä­sen­tiert. Der Vor­stand hat­te sich vor­gän­gig un­be­strit­ten hin­ter den Va­ter­schafts­ur­laub ge­stellt und so­mit ge­gen das Re­fe­ren­dum aus­ge­spro­chen. Die Jung­par­tei ist der Auf­fas­sung, dass Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund des Ge­schlechts so­wie staat­li­che Ein­fluss­nah­me auf die Rol­len­ver­tei­lung in­ner­halb der Fa­mi­lie in der heu­ti­gen Zeit nicht mehr trag­bar sind. Ben­ja­min Au­er mein­te da­zu: «Der Va­ter­schafts­ur­laub ist ein wich­ti­ger Schritt in die Rich­tung ei­ner ge­mein­sa­men El­tern­zeit, die von uns Grün­li­be­ra­len seit lan­gem ge­for­dert wird.»

Ein Ja zur Kampfjetbeschaffung

Ob­wohl die Jun­gen Grün­li­be­ra­len auf na­tio­na­ler Ebe­ne sich sehr knapp ge­gen die Be­schaf­fung neu­er Kampf­flug­zeu­ge aus­spra­chen, hat­te der Vor­stand be­schlos­sen, die Vor­la­ge an­läss­lich der Mit­glie­der­ver­samm­lung durch ein Po­di­um auf­zu­be­rei­ten. Im Nach­gang wur­de ei­ne aus­gie­bi­ge Dis­kus­si­on un­ter den Mit­glie­dern ge­führt. In die­ser zeig­te sich, dass die Er­hö­hung des re­gu­lä­ren Ar­mee­bud­gets zwar kri­tisch ge­se­hen, die Ge­währ­leis­tung der Auf­ga­ben im Luft­po­li­zei­dienst und in der Luft­raum­ver­tei­di­gung aber hö­her ge­wich­tet wer­den. So spra­chen sich die Mit­glie­der für die Kampf­jet­be­schaf­fung aus. Dies auch weil hin­sicht­lich des Kos­ten­ar­gu­ments sei­tens der Geg­ner­schaft kein grif­fi­ger und aus­ge­klü­gel­ter Ge­gen­vor­schlag an­ge­bo­ten wer­den konn­te, wel­cher die Si­cher­heit des Schwei­zer Luft­raums um­fas­send si­cher­stel­len wür­de.

Für eine offene Schweiz und die Artenvielfalt

Die Pa­ro­len zum Jagd­ge­setz und zur Be­gren­zungs­in­itia­ti­ve fass­ten die jun­gen Grün­li­be­ra­len be­reits an ih­rer or­dent­li­chen Mit­glie­der­ver­samm­lung im Ju­ni. Die Mit­glie­der spra­chen sie bei bei­den Vor­la­gen ein­stim­mig für ei­ne Ab­leh­nung aus. Bei der Be­gren­zungs­in­itia­ti­ve, da von ihr ei­ne er­heb­li­che Ge­fahr für das er­folg­rei­che Mo­dell der Bi­la­te­ra­len Ver­trä­ge aus­geht. «Die Per­so­nen­frei­zü­gig­keit ist ein wich­ti­ges Gut, von wel­chem auch wir Schwei­ze­rin­nen stark pro­fi­tie­ren.», sag­te Tho­mas Kus­ter, der die Vor­la­ge im Na­men des Vor­stan­des prä­sen­tier­te. Beim Re­fe­ren­dum ge­gen das re­vi­dier­te Jagd­ge­setz über­zeug­ten die Ar­gu­men­te der Er­hal­tung der Ar­ten­viel­falt und des Na­tur­schut­zes. Bei­des sind Kern­the­men der Jun­gen Grün­li­be­ra­len und wer­den – ent­ge­gen der aben­teu­er­li­chen Ar­gu­men­ta­ti­on der Be­für­wor­ter – durch die­se Vor­la­ge stark ge­fähr­det.

Maskenpflicht und Hinweis auf Swiss Covid-App

Um der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on Rech­nung zu tra­gen und das An­ste­ckungs­ri­si­ko mit Co­vid-19 mög­lichst ge­ring zu hal­ten, galt an der Mit­glie­der­ver­samm­lung Mas­ken­pflicht. Zu Be­ginn wur­de zu­dem die Wich­tig­keit der Swiss Co­vid-App be­tont und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ein frei­wil­li­ger Down­load emp­foh­len wird. Durch das Füh­ren ei­ner Kon­takt­lis­te könn­ten all­fäl­li­ge In­fek­tio­nen auch nach­ver­folgt wer­den.

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