Junge Grünliberale für Konzernverantwortungs-Initiative und gegen Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten

Die Jun­gen Grün­li­be­ra­len des Kan­tons St.Gallen ha­ben an ih­rer Mit­glie­der­ver­samm­lung im Au­gust die Pa­ro­len für die Ab­stim­mun­gen vom 29. No­vem­ber 2020 ge­fasst. Die Jung­par­tei emp­fiehlt die An­nah­me der Kon­zern­ver­ant­wor­tungs-In­itia­ti­ve so­wie die Ab­leh­nung des Fi­nan­zie­rungs­ver­bo­tes von Kriegs­ma­te­ri­al­pro­du­zen­ten.

Die Mit­glie­der­ver­samm­lung dis­ku­tier­te die bei­den Vor­la­gen nach ei­ner kur­zen Ein­füh­rung, wo­bei ins­be­son­de­re die Kon­zern­ver­ant­wor­tungs-In­itia­ti­ve im Fo­kus stand. Da­bei war un­be­strit­ten, dass der Ein­hal­tung von in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Men­schen­rech­ten und dem Er­halt der Öko­sys­te­me mehr Auf­merk­sam­keit ge­bührt. Der Zu­stand, dass der Ver­stoss ge­gen Men­schen­rech­te oder die Zer­stö­rung von Öko­sys­te­men durch Un­ter­neh­men oh­ne Fol­gen bleibt, ist in den Au­gen der jglp un­trag­bar. Die In­itia­ti­ve bie­tet hier in­ter­es­san­te Lö­sungs­an­sät­ze, die je­doch ju­ris­ti­sche Her­aus­for­de­run­gen mit sich brin­gen kön­nen.

Das Par­la­ment in der Pflicht

Für die Ja-Pa­ro­le war vor al­lem aus­schlag­ge­bend, dass die eid­ge­nös­si­schen Rä­te ei­nen grif­fi­gen Ge­gen­vor­schlag ver­hin­dert ha­ben. Der Prä­si­dent der jglp St.Gallen, Fa­bi­an Giu­lia­ni, er­gänzt: «Der Hand­lungs­be­darf ist er­kannt und die In­itia­ti­ve schlägt kon­kre­te Mass­nah­men vor. Da das Par­la­ment die Chan­ce für ei­nen wirk­sa­men Ge­gen­vor­schlag ver­tan hat, ge­ben wir der In­itia­ti­ve den Vor­zug.» Bei der Um­set­zung sieht die kan­to­na­le jglp das Par­la­ment in der Pflicht, ei­ne recht­lich fun­dier­te Kon­zern­ver­ant­wor­tung zu schaf­fen.

Nein zum Ver­bot der Fi­nan­zie­rung von Kriegs­ma­te­ri­al­pro­du­zen­ten

Die zwei­te na­tio­na­le Vor­la­ge, die Ein­füh­rung ei­nes Fi­nan­zie­rungs­ver­bo­tes von Kriegs­ma­te­ri­al­pro­du­zen­ten, lehnt die Mit­glie­der­ver­samm­lung ab. Aus­schlag­ge­bend war die Ein­füh­rung ei­nes ge­ne­rel­len Ver­bo­tes, das durch den star­ken Ein­griff in die ope­ra­ti­ve Tä­tig­keit der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank und an­de­rer staat­li­cher In­sti­tu­tio­nen un­ver­hält­nis­mäs­sig ist. Ziel­füh­ren­der wä­re ei­ne Re­gu­lie­rung der Ka­pi­tal­strö­me für die Fi­nan­zie­rung von Kriegs­ma­te­ri­al­pro­du­zen­ten für ge­wis­se Län­der oder Re­gio­nen. «Der weit­ge­hen­de Ein­griff in die Un­ab­hän­gig­keit der Na­tio­nal­bank so­wie der Cha­rak­ter des ge­ne­rel­len Ver­bo­tes, sind mit un­se­ren li­be­ra­len Wer­ten nicht ver­tret­bar», so Fa­bi­an Giu­lia­ni.

Ja-Pa­ro­len für die kan­to­na­len Vor­la­gen

Die bei­den kan­to­na­len Ab­stim­mun­gen über das Ge­setz von er­gän­zen­den Kre­di­ten und So­li­dar­bürg­schaf­ten und das Ge­setz über Bei­trä­ge für fa­mi­li­en- und schul­ergän­zen­de Kin­der­be­treu­ung wer­den von den jun­gen Grün­li­be­ra­len zur An­nah­me emp­foh­len. We­gen der kla­ren Aus­gangs­la­ge wur­den die­se bei­den Pa­ro­len durch den Kan­to­nal­vor­stand be­schlos­sen.

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