Mehr Gerechtigkeit in Verwaltung und Justiz gefordert

Im Zu­ge ak­tu­el­ler ge­sell­schaft­li­cher De­bat­ten for­dern die Jun­gen Grün­li­be­ra­len St.Gallen mehr Ge­rech­tig­keit in Ver­wal­tung und Jus­tiz. Ihr Kan­tons­rat An­dre­as Bi­sig (Rap­pers­wil-Jo­na) reich­te in der ak­tu­el­len Kan­tons­rats­ses­si­on ei­ne In­ter­pel­la­ti­on zum The­ma «Dis­kri­mi­nie­rungs­frei­er Be­wer­bungs­pro­zess bei der kan­to­na­len Ver­wal­tung» so­wie ei­ne ein­fa­che An­fra­ge zu «Ra­cial Pro­filing im Kan­ton St. Gal­len» ein.

Dis­kri­mi­nie­rung und Ras­sis­mus fin­den auch vor un­se­rer ei­ge­nen Haus­tü­re statt. Tief­grei­fen­de Pro­ble­me er­fah­ren bei­spiels­wei­se Men­schen mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund auf dem Ar­beits­markt im Rah­men von Be­wer­bungs­ver­fah­ren. Die Jun­gen Grün­li­be­ra­len for­dern des­halb in ih­rer In­ter­pel­la­ti­on die An­ony­mi­sie­rung des Be­wer­bungs­pro­zes­ses der kan­to­na­len Ver­wal­tung. An­dre­as Bi­sig er­gänzt: «Da­mit er­folgt die Vor­auswahl von ge­eig­ne­ten Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten le­dig­lich an­hand der Kennt­nis­se und Er­fah­run­gen der Be­wer­ben­den.» Die Re­gie­rung wird ein­ge­la­den, Fra­gen über die dis­kri­mi­nie­rungs­freie Ge­stal­tung des Be­wer­bungs­ver­fah­rens für kan­to­na­le Be­hör­den zum Bei­spiel durch An­ony­mi­sie­rung der Be­wer­bungs­un­ter­la­gen zu be­ant­wor­ten.

Trans­pa­ren­te­re Straf­ver­fol­gung ge­for­dert

Nach dem Tod ei­nes jun­gen afro­ame­ri­ka­ni­schen Man­nes im Rah­men ei­nes Po­li­zei­ein­sat­zes flamm­te in den USA jüngst er­neut die Dis­kus­si­on be­tref­fend die sys­te­ma­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung von Min­der­hei­ten durch staat­li­che Or­ga­ne auf. Die kan­to­na­len Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den ver­fü­gen von Ge­set­zes we­gen über er­heb­li­chen Spiel­raum. An­dre­as Bi­sig er­läu­tert: «Es liegt im In­ter­es­se al­ler Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, dass die­ses Er­mes­sen hin­rei­chend ge­recht­fer­tigt wird. Es ist wich­tig, dass die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, über all­fäl­lig vor­han­de­ne Vor­ur­tei­le ge­gen­über An­ge­hö­ri­gen von Min­der­hei­ten kri­tisch nach­den­ken und ent­spre­chen­de Mass­nah­men er­grei­fen.»

Ra­cial Pro­filing durch Be­hör­den?

Die Re­gie­rung hielt in der Ant­wort auf die ein­fa­che An­fra­ge von Er­win Böhi (SVP, Wil) fest, dass die Stadt- und Kan­tons­po­li­zei das The­ma Ra­cial Pro­filing ernst­neh­men, ih­re Mit­ar­bei­ter sen­si­bi­li­sie­ren und schu­len. Die Jun­gen Grün­li­be­ra­len möch­ten durch ih­re ein­fa­che An­fra­ge von der Re­gie­rung in Er­gän­zung zur An­fra­ge Böhi je­doch wis­sen, wie die ak­tu­el­le sta­tis­ti­sche Da­ten­er­fas­sung von Per­so­nen­kon­trol­len aus­sieht und wer für die­se zu­stän­dig ist. Da­bei in­ter­es­siert die Jung­par­tei auch, wie es im Kan­ton St.Gallen um die Da­ten­la­ge und re­gel­mäs­si­ge Kon­troll­me­cha­nis­men in der Straf­ver­fol­gung steht, um all­fäl­li­ge pro­ble­ma­ti­sche Un­ter­su­chungs­prak­ti­ken im Zu­sam­men­hang mit Ra­cial Pro­f­ling ent­de­cken zu kön­nen.

 

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