Die Jungen Grünliberalen St.Gallen haben sich der Aufgabe der Frauenförderung seit längerem angenommen. Erste Massnahmen wurden getroffen und zeigen bereits positive Auswirkungen.

Interne und externe Massnahmen

Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein zentrales Parteiziel der Jungen Grünliberalen. Auf dem politischen Parkett werden entsprechende Massnahmen wie ein allgemeiner Elternurlaub, flexiblere Arbeitsmodelle oder ein Bürgerdienst für Mann und Frau unterstützt, welche die Gleichstellung von Mann und Frau fördern. Allerdings gilt es hierbei auch eine angemessene Frauenvertretung in der Politik anzustreben. In St.Gallen hat man sich der Aufgabe gemäss Fabian Giuliani, Präsident der jglp St.Gallen, angenommen: «Wir bemühen uns seit gut einem Jahr aktiv um die Frauenförderung und können sagen, dass die Arbeit in dieser Hinsicht langsam Früchte trägt. Wir haben gerade im Rahmen der Evaluation möglicher Kandidierenden für unsere eigene Nationalratsliste den Fokus stark auf mögliche Kandidatinnen gerichtet. Auch wenn das Resultat für die Nationalratsliste nicht zufriedenstellend ausgefallen ist, bin ich der festen Überzeugung, dass wir bei den kommenden Kantonsratswahlen auf unseren Listen in die Nähe der Geschlechterparität kommen werden. Wir sind also noch nicht zufrieden, aber zuversichtlich gestimmt für die Zukunft.»

Vorbildsfunktionen

Diese Meinung teilt auch Anna Jäger, Nationalratskandidatin der jglp St.Gallen: «Wir setzen uns auf der politischen Bühne dezidiert für die Gleichberechtigung in der Gesellschaft ein. Doch es ist wichtig, dass wir auch vor unserer eigenen Türe kehren. Denn in der Politik sind Frauen immer noch dramatisch unterrepräsentiert.» Jäger ergänzt: «Viele Frauen sind relativ zögerlich, wenn es um die Übernahme politischer Mandate geht. Dies hängt mit dem immer noch vorherrschenden klassischen Rollenbild zusammen und der entsprechenden Sozialisierung, durch die schon kleinen Mädchen eingeschärft wird, ja nicht allzu sehr aufzufallen. Schaffen wir es jedoch, Vorbilder innerhalb der Partei zu generieren und viel persönliche Überzeugungsarbeit zu leisten, bin ich mir sicher, dass sich die Situation bald verbessern wird.» Im Hinblick auf den Wahlkampf im Herbst sieht Jäger grosse Chancen für die Frauenförderung in der Partei: «Wir Nationalratskandidatinnen haben uns gemeinsam das Ziel gesetzt, unseren Wahlkampf zu nutzen, um mehr Frauen für die Politik zu gewinnen. Wir wollen gemeinsam betonen, was unsere persönliche Motivation für einen Antritt an nationalen Wahlen ist und wieso wir mehr Frauen in der Politik dringend benötigen.»

Nicht nur auf dem Papier

Die jglp St.Gallen verfolgt diverse konkrete Projekte im Bereich der Frauenförderung. So lancierte sie zum Beispiel vor Kurzem zusammen mit der Mutterpartei ein Mentoring-Programm für Frauen. Dies soll jeweils eine Politikerin der Jungpartei mit einer erfahrenen GLP-Politikerin zusammenbringen. Ziel dieses Zweiertandems ist der gegenseitige Austausch über politische Themen und Karrierewege. Nadine Niederhauser, Präsidentin der GLP Kanton St.Gallen, sieht grosses Potential in diesem Projekt: «Das Programm bietet den Frauen in der Partei die Chance, neue Kontakte zu knüpfen und sich im Hinblick auf den Wahlkampf gegenseitig mit Ratschlägen zu unterstützen. Uns von der GLP ist es wichtig, junge Frauen auf dem Weg in die Politik zu unterstützen und ihnen aufzuzeigen, welche Möglichkeiten sich einem durch politisches Engagement ergeben.»

Anna Jäger

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