Sechs Forderungen für ein fortschrittliches St.Gallen

I. Mehr „Smart City“ dank Digitalisierung

Die Di­gi­ta­li­sie­rung bie­tet so­wohl für staat­li­che als auch pri­va­te Ak­teu­re in­ter­es­san­te Chan­cen, birgt aber zu­gleich auch ernst­zu­neh­men­de Ri­si­ken. Wir for­dern als Jung­par­tei, den re­gu­la­to­ri­schen Rah­men so aus­zu­ge­stal­ten, dass di­gi­ta­le In­no­va­tio­nen er­mög­licht und die da­mit ein­her­ge­hen­den Ri­si­ken mit grif­fi­gem Da­ten­schutz mi­ni­miert wer­den. Auf­grund die­ser Über­le­gun­gen soll die Stadt St. Gal­len ih­re An­ge­bo­te im Rah­men von E‑Government und Open Da­ta un­ter Ge­währ­leis­tung des Da­ten­schut­zes wei­ter aus­bau­en und wei­te­re di­gi­ta­le Dienst­leis­tun­gen und In­ter­ak­ti­ons­mög­lich­kei­ten an­bie­ten.

II. Attraktive Verkehrsgestaltung: „Velo-Stadt“

Auch in der Stadt St. Gal­len ist der ste­tig an­stei­gen­den Ver­kehrs­über­las­tung ent­ge­gen­zu­wir­ken. Nebst dem Aus­bau des öf­fent­li­chen Ver­kehrs wol­len wir uns ins­be­son­de­re auch da­für ein­set­zen, dass wei­te­re nach­hal­ti­ge Mo­bi­li­täts­for­men ge­för­dert wer­den. Hier­zu soll vor al­lem das Ver­kehrs­re­gle­ment kon­se­quent um­ge­setzt und ver­mehrt Fahr­bah­nen für den Lang­sam­ver­kehr (Fahr­rä­der usw.) ge­schaf­fen wer­den. Auch brau­chen wir mehr Quer­ver­bin­dun­gen für den Lang­sam­ver­kehr über Autobahnen/​Geleise, da die­se die Stadt zer­schnei­den und Stadt­tei­le se­pa­rie­ren.

III. Grünflächen statt Betonwüsten: Für eine moderne Bauordnung

Im Be­reich der Raum­pla­nung soll auch die Stadt St.Gallen die In­ter­es­sen des Land­schafts­schut­zes so­wie der (Bau-)Wirtschaft in Ein­klang brin­gen. Ver­dich­te­tes Bau­en und ge­misch­te Zo­nen ber­gen viel Po­ten­zi­al. Vor die­sem Hin­ter­grund for­dern wir mehr Be­rück­sich­ti­gung in­no­va­ti­ver und ver­dich­te­ter Bau­for­men in­ner­halb des grü­nen Rin­ges. Dies be­dingt ent­spre­chen­de recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, wes­halb wir uns ins­be­son­de­re für ei­ne mo­der­ne St. Gal­ler Bau­ord­nung stark ma­chen, wel­che un­se­re An­lie­gen in Ein­klang mit der Wirt­schaft in­halt­lich wi­der­spie­gelt.

IV. Längere Laden- und Beizen-Öffnungszeiten: „Mediterrane Nächte“

St.Gallen soll in Sa­chen Stand­ort­at­trak­ti­vi­tät wie­der zur Schwei­zer Spit­ze auf­schlies­sen. Ins­be­son­de­re sol­len Wachs­tums­in­dus­trien mit in­no­va­ti­ven Rah­men­be­din­gun­gen an­ge­lockt wer­den. Ne­ben sta­bi­len Steu­ern und wirt­schafts­freund­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen muss auch die Le­bens­qua­li­tät ak­tiv ge­stei­gert wer­den. Ins­be­son­de­re muss die Stadt wie­der Jun­ge an­zie­hen kön­nen. Vor die­sem Hin­ter­grund un­ter­stüt­zen wir län­ge­re Öff­nungs­zei­ten mit Au­gen­mass für Ge­schäf­te, Märk­te oder Re­stau­rants und Bars, so dass auch in St.Gallen me­di­ter­ra­ne Näch­te mög­lich wer­den.

V. Politische Partizipation der jungen Generationen: „Streikrecht/​politische Instrumente/​kommunales Stimmrecht“?

Viel­falt ist für ei­ne Ge­sell­schaft ei­ne Chan­ce, wenn die ver­schie­de­nen Ge­sell­schafts­schich­ten zu­sam­men­rü­cken und ei­ne ge­mein­sa­me Wer­te­ba­sis schaf­fen. Da­zu ge­hört un­ter dem Ge­sichts­punkt der „Ge­nera­tio­nen­ge­rech­tig­keit“ auch, dass sich jun­ge Men­schen früh­zei­tig an den po­li­ti­schen Pro­zes­sen be­tei­li­gen kön­nen. Denn die Ent­schei­dun­gen von heu­te be­ein­flus­sen die Welt von mor­gen, in wel­cher wir le­ben wer­den. So­lan­ge wir kan­tons­weit un­se­re For­de­rung nach dem Stimm­rechts­al­ter 16 nicht durch­ge­setzt ha­ben, möch­ten wir der Jun­gend auf kom­mu­na­ler Stu­fe best­mög­li­che Mit­spra­che­rech­te ge­ben. Da­zu ge­hört, dass Pe­ti­tio­nen mit kon­kre­ten For­de­run­gen das nö­ti­ge Ge­hör ver­schafft wird und dass sich die Po­li­tik ernst­haft mit sol­chen aus­ein­an­der­setzt. Auch soll­te ein „Streik­recht“ für Schü­ler dis­ku­tiert wer­den, so dass dem po­li­ti­schen Wil­len der Ju­gend der nö­ti­ge Nach­druck ver­lie­hen wer­den kann.

VI. Verbesserung der Betreuung von Asylbewerbern

Wir for­dern ein Zu­sam­men­wir­ken sämt­li­cher Ge­sell­schafts­schich­ten und ei­ne dis­kri­mi­nie­rungs­freie Ge­sell­schafts­ord­nung. Die In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Ar­beits­markt muss ge­för­dert wer­den. Wir for­dern des­halb, dass in St. Gal­len Asyl­su­chen­de für ei­nen fai­ren Lohn ver­mehrt für Ar­bei­ten der öf­fent­li­chen Hand ein­ge­setzt wer­den dür­fen und dass die Stadt mit dem Ge­wer­be Ko­ope­ra­tio­nen ein­geht. Die Ab­wan­de­rung von Asyl­su­chen­den in die So­zi­al­hil­fe muss kon­se­quent ver­hin­dert wer­den, in­dem An­reiz- und För­der­struk­tu­ren ge­schaf­fen wer­den. Auch sol­len Asyl­su­chen­de die nö­ti­ge so­zia­le Un­ter­stüt­zung er­hal­ten, um sich in der neu­en Le­bens­um­welt bes­ser zu­recht fin­den und schnel­ler so­zia­len An­schluss zu er­hal­ten.

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